Autor: Markus

Spontan ist am besten

In letzter Zeit kam ich aus privaten und gesundheitlichen Gründen leider nicht zum Fischen ans Wasser. Ich merkte in mir, dass ich unruhig wurde, dass der Drang ans Wasser zu müssen immer stärker wurde!

Auf der Arbeit hörte ich, dass meine beiden Kollegen mit denen ich meine Urlaube abklären muss, bald ihren Sommer Urlaub antreten und ich somit 4 Wochen Urlaubssperre habe. Kurz mit dem Chef abgeklärt hatte ich ein langes Wochenende frei! Von Donnerstag bis Sonntag sollte es endlich wieder ans Wasser ins nahe gelegene Frankreich gehen. Ein bischen die Seele baumeln lassen und entspannen und vielleicht den ein oder anderen Fisch überlisten.

Mittwochs war ich einkaufen und das ganze Tackle wurde ins Auto geladen, bis nichts mehr rein passte ?. Morgens, als der Wecker klingelte, war ich bereits wach und freute mich schon auf das, was da kommen möge. Schnell noch gefrühstückt, eine Tasse Kaffe und schon konnte es los gehen.

Nach 2 Std. Autofahrt erreichte ich den See und freute mich dass ich freie Platzwahl hatte. Ich entschied mich für den letzten Platz vor der Stau Mauer.

Frankreich Angeln
Wind und Wellen, das ist was man hier braucht

Der Wind stand auf mein Ufer und die Wellen wälzten die ersten 25-30m vor mir um, sodass sich hier das Wasser lehmfarben färbte. Nachdem ich mein Camp aufgebaut hatte und das Boot zu Wasser gelassen war, ging es ans beködern der Rigs. Hier vertraute ich voll und ganz meiner neuen Lieblings-Kombi, einem Cocobananapex Boilie in 20mm und einem Carp’R’Us Centurion 2000 in der Größe 2!

eddy sterckx boilies Karpfenangeln

Natürlich kamen auch meine altbewährten Schneemänner zum Einsatz. Der erste bestand aus einem 20mm Red Devil Squid Boilie und einem dunklem 15mm Red Devil Squid Pop Up an einem 4er Fox Haken und der zweite Schneemann aus einem 25mm Red Devil Boili mit einem 15mm Red Devil Squid Fluo Pop Up ebenfalls an einem 4er Fox Haken.

Karpfenköder Angeln mit Boilies

Nachdem alle Rigs gebunden und beködert Waren und mich der Wind immer noch daran hinderte die Montagen sauber mit dem Boot abzulegen, beschloß ich eine Rute einfach mal kurz vor mir in die aufgewühlten trübe Brühe zu Werfen. Vielleicht fange ich ja wenigstens eine Brasse, die hier bestimmt nach Nahrung sucht. Meine Rute baute ich mit der Spitze nach unten auf, damit der Winkel in dem die Schnur auf den „Futterplatz“ trifft nicht zu steil ist und die Fische in Ruhe fressen können.  In der Zwischenzeit kam ein Freund von mir vorbei der mit seinem Kumpel ein Stück weiter bereits eine Woche saß und er erzählte mir, dass sie außer Brassen und Welsen nichts gefangen hatten.

Karpfenmontagen

Wir saßen auf dem kleinen Strand und gönnten uns ein schönes kühles Bier, als ich plötzlich im Augenwinkel sah, dass meine vor einer Stunde geworfenen Rute senkrecht in der Luft hing und nur noch vom Buttgrip gehalten wurde. Ich lief schnell ins Wasser, nahm Kontakt auf und musste mit ansehen, wie mir Meter für Meter Schnur von der Rolle ablief. Mein kumpel brachte mir mein Boot und wir fuhren dem Fisch hinterher, um ihn nicht in den zahlreichen Wurzeln zu verlieren. Ich sagte: Das ist bestimmt ein Wels, so wie der Gas gibt, bis ich auf einmal einen Dunklen Karpfen Rücken durch die Wasseroberfläche auftauchen sah! Nach kurzem aber kraftvollem Drill gelang es mir den Kescher unter den Fisch zu bringen und ihn sicher zu Landen. Mein Kumpel und ich freuten uns und klatschten miteinander ab. Wieder an Land angekommen, hielt mein Kumpel den Fisch im Wasser im Netz während ich das Wiege Equipment vorbereitete. Die Waage blieb bei genau 21 kg stehen und ich schrie laut meine Freude über den See hinaus. Wir konnten es kaum glauben, dass dieser Mega-Fisch den Köder nach knapp einer Stunde so dicht vor uns aufnahm. Nach einer Kurzen Fotosession durfte der Fisch auch wieder weiter schwimmen.

Karpfen angeln Karpfenangeln

Daraufhin beschloss ich die beiden aüßeren Ruten kurz vor dem Schilf zu fischen. Als endlich der Wind abflachte, konnte ich die anderen beiden Ruten sauber auf ca 100 m mit dem Boot ablegen.

Karpfensee

Noch total geflasht von dem Erlebten schlief ich sofort gegen 22 Uhr ein und wurde um 1 Uhr von einem Dauerton meiner Funkbox geweckt. Sofort war ich hell Wach und saß kurz darauf mit gekrümmter Rute in der Hand im Boot. Der Fisch am anderen Ende zog wie verrückt Schnur von der Rolle, bis auf einmal der Gegendruck nachlies und ich die schlaffe Schnur ohne Gegenwehr aufkurbeln konnte. Als ich das Rig in der Hand hielt sah ich dass der Haken in der Mitte durchgebrochen war. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass es bestimmt einer der Zahlreichen großen Welse war, die hier in dem See leben. So beköderte ich mein neues Rig und legte dies ein paar Meter vom Futterplatz entfernt wieder ab, ohne nachzufüttern.

Montage Karpfenangeln

Mit gutem Gefühl kuschelte ich mich in meinen Schlafsack und schlief sofort wieder ein. Es wurde bereits hell, als ich wieder von einem anhaltenden Dauerton meiner Funkbox aus dem Schlaf gerissen wurde und beschloss, erst mal die Kopflampe aus zu lassen. Ich ging davon aus, dass der Dauerton erneut ein Wels war und machte mich – etwas Schlaftrunken – in der Wathose auf den Weg zu meinem Boot und zu meinem Aufbau, der 15m vor mir im Wasser stand. Da angekommen realisierte ich erst, dass es die linke Ufer Rute war auf der ein Fisch flüchtete. Mit krummer Rute in der Hand saß ich im Boot und hatte bereits nach wenigen Kurbelumdrehungen die Schlagschnur auf der Rolle. Ich spürte einen Schlag des vermeintlichen Welses am Boot und machte die Kopflampe an, um den Fisch sicher mit dem Wallergriff landen zu können. Im Schein meiner Kopflampe sah ich jedoch eine braune Fischflanke neben dem Boot im Wasser liegen. Es war ein Karpfen – und was für Einer!!! Durch das helle Licht erschrak der Fisch und begann sofort eine weitere Flucht, bei der er mir alles abverlangte. Während des Drills machte ich die Kopflampe wieder aus, um den Fisch nicht ein weiteres mal zu erschrecken und zu einer weiteren Flucht zu animieren. Nach mir schier endlos vorkommenden Minuten, sah ich im Dämmernden Licht das große Maul des Karpfens an der Wasseroberfläche und schob den Kescher sachte unter den Fisch, um ihn dann sicher zu landen. Als sich die maschen des Netzes um den Fisch legten konnte ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen und so schrie ich erneut über den ganzen see hinaus. WAHNSINN!!! Ich dachte mir, dass dies ein weiterer guter Fisch um die 20 kg sein könnte, doch als ich das Netz öffnete und ich den breiten Rücken des Karpfens sah war mir klar, dass er sogar mehr hat 😀

Karpfen Kecher

Zurück an Land folgte dann das übliche Prozedere. Wiegesling in’s wasser tauchen, abtropfen lassen, an die Waage hängen, Waage kontrollieren, dass sie richtig genullt ist, vorsichtig den Fisch aus dem netz in die Wiegesling legen, Waage an den Wiegestaab anhängen und die Wiegesling anheben, 22…24…26..27….27,8 kg!!! BÄÄÄÄÄÄÄÄM!!! Neuer Rekord für mich und wieder lies ich den Emotionen freien lauf und schrie wie ein Verrückter in den dämmernden Morgenhimmel!!!! Den Fisch in der Wiegesling gut versorgt und ins Wasser gestellt, kochte ich mir erst mal einen Kaffe und setzte mich vor mein Zelt. Immer noch voller Adrenalien rief ich sofort meine besten Freunde an um ihnen zu berichten.

Karpfenangeln

Später als meine beiden Freunde kamen um Bilder von dem super Fisch zu machen, konnten sie es sich nicht nehmen lassen, mir eine Personal-Best-Bierdusche zu verpassen. Nach einigen Bildern ließ ich den Fisch wieder in sein Element zurück gleiten und machten eine kleine Party. Die Beiden freuten sich für mich! Auf diesem Wege noch einmal vielen Danke für die Bilder und den tollen Mittag!!!

Gewässer Karpfen  Karpfen im See Karpfen am See

In den Restlichen 2 Tagen passierte nicht mehr viel, nur eine schöne Schleie fand noch den Weg zu mir und durfte, nachdem ich ihr den Haken schonend entfernte, auch gleich wieder davon schwimmen.

2 megatolle Fische, in nur 12 Stunden am Wasser und den ersten bereits nach 1 Stunde, das kann möglich sein, wenn man ganz spontan, mit den richtigen Ködern, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Allen am Wasser viel Erfolg,

 

Euer Markus

Markus mit Karpfen

Zu Gast bei Freunden

Zu Gast bei Freunden

Karpfenzelt am See

Wenn man viel am Wasser ist, lernt man auch viele Leute kennen. So geschah es im letzten Jahr an einem See in Frankreich, dass sich die Wege von Jörg v.H., Jörg S. und meiner Wenigkeit kreuzten. Schnell merkten wir, dass wir auf der gleichen Wellenlänge liegen und so entstand daraus eine neue Freundschaft. Seither schreiben wir uns täglich und telefonieren auch öfters miteinander.

So kam es, dass Jörg mich einlud das erste lange Mai Wochenende bei Ihnen am Vereinssee zu verbringen. Kurzentschlossen sagte ich zu.

Jörg gab mir die Adresse des Seegeländes und so machte ich mich freitagmittags auf den Weg und kam voller Vorfreude gegen 17 Uhr bei ihm am See an. Nach kurzer Begrüßung und Smalltalk mit Jörg, gab er mir die Infos wo sich derzeit die Karpfen aufhielten.

Schnell waren das Camp und das Setup aufgebaut.

Was an den Haken kam war auch schon klar und so war das Beködern meiner Rigs auch schnell erledigt.

Karpfen Boilie mit Haken       Stickmix Red Angel Eddy Sterckx

Nachdem die Ruten ausgelegt waren, begann der gemütliche Teil des Abends.

Jörg v.H., der leider an dem Wochenende keine Zeit hatte, kam uns besuchen und bei einer Flasche Bier wurde viel gelacht und wirres Zeug geredet. ?

Die erste Nacht verlief ruhig. Nur Jörg konnte ein paar Brassen fangen, leider keinen Karpfen.

Der Tag ging viel zu schnell vorbei. Bei Tee und Kaffe wurde das weitere Vorgehen besprochen und die Ruten am Abend mit frischen Ködern versehen. Das Liquid sollte es richten ?

Karpfenmontagen Eddy Sterckx

Die Nacht brach an und beim Abschied, als ich in mein Camp ging, sagte Jörg: „Heute Nacht fängst du einen“. Und er sollte recht behalten!

Am frühen Morgen um kurz vor 6 piepte meine Funkbox. Völlig schlaftrunken sprang ich auf, rannte an die Ruten und nahm Kontakt auf. So fing auch ich meine erste Brasse. Immer noch schlaftrunken beschloss ich die Montage einfach auf den Platz zu werfen und legte mich wieder hin. Doch nach nur einer Stunde riss mich ein Dauerton meines Delkims erneut aus dem Schlaf und wieder stand ich mit krummer Rute am Wasser. Nach starkem Drill mit heftigen Fluchten konnte ich endlich einen Karpfen keschern. Kein Riese aber dafür ein wunderschöner makelloser Spiegler.

Als Jörg dann später zu mir kam und ich ihm alles erzählte freute er sich für mich!!!

Spiegelkarpfen Spiegler Karpfen

Nachdem alles wieder eingepackt  war und das Wochenende leider viel zu schnell vorbei ging, beschlossen wir, dass dies nicht mein letzter Besuch an dem Gewässer war und das ich im Herbst wieder komme. Ich freue mich schon darauf meine Freunde Jörg und Jörg wieder zu sehen. An Beide nochmal vielen Dank für die schön Zeit am Wasser!!!!

Liebe Grüße

Euer Markus

Feierabend Session

Als ich letzten Montag auf der Arbeit stand und mich die wärmenden Sonnenstrahlen durch die Scheibe erreichten war für mich klar, dass ich unbedingt ans Wasser muss. Abends zuhause den Wetterbericht für die nächsten Tage kontrolliert – hieß es für mich tackle packen!!!!!!

Mittwochs hab ich dann nach Absprache mit meinem Chef etwas zeitiger die Arbeit niedergelegt und 30 min später stand ich schon am Ufer meines Vereins Sees. Nur kurz die Polbrille auf und vergewissern, dass die Fische tatsächlich im 70cm flachen Seebereich stehen „ja“ da sonnten sie sich!

coated hookbaits

Schnell waren die Rigs mit den neuen Eddy Sterckx Coated Hookbaits beködert, der PVA Stick mit gecrushten boilies gefüllt – unterwegs zu den Spots. Es dauerte auch nicht lange bis sich der erste Bissanzeiger meldete und ich den ersten Fisch des Tages vermelden konnte. Doch es war nicht der ersehnte Zielfisch, sondern eine schöne Schleie.

karpfenangeln

Das Rig wurde neu bestückt und die Rute wieder ausgeworfen. Es verging etwas Zeit in der ich mich an der Natur erfreuen konnte und so bemerkte ich eine Schildkröte die, genau wie ich, gefallen daran hatte sich von der Sonne wärmen zu lassen.

Karpfenangeln

Und während sich die Sonne langsam hinter den Bäumen senkte durchbrach der Ton meines delkims die Stille. Beim aufnehmen der Rute merkte ich, dass dies definitiv keine Schleie oder kein Brassen ist. Nach kurzen aber starken fluchten ergab sich mein Gegenüber und ich konnte einen schönen Spiegler über den Kescherrand ziehen.

karpfenköder

Pünktlich zur Dämmerung lief dann auch noch die 2. Rute ab und ich konnte einen weiteren schönen Spiegler fangen!

Hoch zufrieden packte ich meine Angelsachsen ein und machte mich auf den Heimweg und freue mich schon jetzt auf die nächste Feierabend Session ?

Euer Markus